Natur bewusst begegnen - Hier. Jetzt. Ich. (Rückblick 03.05.26)
Es war einer dieser Tage, die man nicht wirklich auf Fotos festhalten kann. Nur im Herzen.
Als wir uns in Wandlitz getroffen haben, war schnell klar: Heute geht es nicht darum, irgendwo anzukommen. Unser Ziel war, kein Ziel zu haben. Und trotzdem gab es einen roten Faden: Hier. Jetzt. Ich.
Noch an der Bahnstation durfte alles zurückbleiben. Stress. Verpflichtungen. To do Listen. Die vielen Rollen, die wir täglich tragen.
Für ein paar Stunden einfach nicht Mutter sein müssen. Nicht Partnerin. Nicht Kollegin. Nicht funktionieren.
Einfach nur sein.
Und genau das fiel vielen erstmal gar nicht so leicht. Man konnte spüren, wie Gedanken noch kreisten. Wie der Alltag noch festhielt.
Doch Schritt für Schritt wurde es ruhiger.
Wir liefen durch den Wald und plötzlich wurde aus Reden Stille. Keine unangenehme Stille – sondern eine, die weich wurde. Tragend.
Wir spürten den Boden unter unseren Füßen. Lauschten dem Wind. Schlossen die Augen. Riechten den Wald. Manche Teilnehmerinnen sagten später, dass sie ihre Umgebung schon lange nicht mehr so bewusst wahrgenommen haben.
Am Wegesrand hielten wir immer wieder an. Kleine Pflanzen, an denen viele sonst einfach vorbeigehen würden, wurden plötzlich spannend.
Was wächst hier eigentlich? Wofür wurde diese Pflanze früher genutzt? Und was kann sie uns heute noch schenken?
Aus frisch gesammelten Fichtennadeln stellten wir gemeinsam Badesalz her.
Und plötzlich war da dieser intensive Duft.
Ein Moment, in dem man gemerkt hat: Natur begegnet uns nicht nur mit Wissen – sondern auch über Erinnerung, über Sinne, über Gefühle.
Zum Abschluss saßen wir gemeinsam an einem See. Mit Papier und Stift in der Hand. Wir zeichneten keine Kunstwerke – wir übten, wirklich hinzusehen. Kleine Details wahrzunehmen, die im Alltag oft verloren gehen.
Am Ende waren da entspannte Gesichter, ehrliche Gespräche und der Wunsch vieler Teilnehmerinnen, wiederzukommen.
Und ich glaube, genau das zeigt, wie sehr wir solche Räume brauchen.
Es gibt keine Fotos von diesem Tag.
Aber viele tiefe Erinnerungen in unseren Köpfen und Herzen.



